Entrümpelung bei Schädlingsbefall
Entrümpelung bei Schädlingsbefall – wie geht man richtig vor?
Eine Entrümpelung bei Schädlingsbefall erfordert mehr Vorbereitung als eine gewöhnliche Haushalts- oder Wohnungsauflösung. Zunächst muss festgestellt werden, welche Schädlinge vorhanden sind und ob der Befall noch aktiv ist. Kotspuren, Fraßschäden, Nester, unangenehme Gerüche oder lebende Tiere können auf Ratten, Mäuse, Schaben, Bettwanzen, Flöhe oder andere Schädlinge hinweisen. Da nicht jedes Insekt tatsächlich ein Schädling ist, empfiehlt das Umweltbundesamt zunächst eine sichere Bestimmung der Tierart.
Sind noch Schädlinge in der Wohnung, im Keller oder auf dem Dachboden vorhanden, sollte vor der eigentlichen Entrümpelung ein professioneller Schädlingsbekämpfer hinzugezogen werden. Insbesondere ein Schabenbefall sollte fachgerecht behandelt werden, weil Verstecke schwer zugänglich sein können und die Bekämpfung von der jeweiligen Art abhängt.
Eine vollständige Räumung während eines aktiven Befalls kann problematisch sein. Werden Möbel, Kartons, Kleidung oder Matratzen unkontrolliert durch das Gebäude getragen, können sich beispielsweise Bettwanzen über befallene Gegenstände in andere Räume oder Fahrzeuge ausbreiten. Deshalb sollte der Ablauf zwischen Kammerjäger und Entrümpelungsunternehmen abgestimmt werden. Manchmal müssen zunächst einzelne Bereiche freigeräumt werden, damit der Schädlingsbekämpfer an Nester, Laufwege oder Verstecke gelangt. Die eigentliche Entrümpelung erfolgt dann nach der Behandlung oder in festgelegten Arbeitsschritten.
Beim Ausräumen werden befallene und unbelastete Gegenstände voneinander getrennt. Textilien, Polstermöbel, Matratzen, Lebensmittel, Kartons und stark verunreinigte Materialien werden sicher verpackt und dürfen nicht ungeschützt durch gemeinschaftlich genutzte Bereiche transportiert werden. Gut erhaltene Gegenstände können nur dann weiterverwendet oder verwertet werden, wenn eine Verschleppung der Schädlinge ausgeschlossen ist.
Besondere Vorsicht ist bei Mäuse- oder Rattenkot erforderlich. Trockene Ausscheidungen und Nester sollten nicht einfach zusammengefegt oder mit einem normalen Staubsauger aufgenommen werden, weil dabei belasteter Staub aufgewirbelt werden kann. Verunreinigungen müssen zunächst angefeuchtet beziehungsweise mit einem geeigneten Desinfektionsmittel behandelt und anschließend kontrolliert aufgenommen werden. Schutzhandschuhe, geeignete Arbeitskleidung und eine auf die Belastung abgestimmte persönliche Schutzausrüstung sind dabei wichtig.
Sind die Schädlinge bereits vollständig beseitigt, kann die Entrümpelung regulär durchgeführt werden. Trotzdem sollten Rückstände wie Kot, Nester, tote Tiere, beschädigte Lebensmittel und kontaminierte Materialien getrennt behandelt werden. Nach der Räumung folgen eine gründliche Reinigung, gegebenenfalls eine Desinfektion und die Kontrolle möglicher Zugänge. Ritzen, beschädigte Leitungsdurchführungen und andere Eintrittsstellen sollten verschlossen werden, damit kein neuer Befall entsteht. Lebensmittelreste, Tierfutter und Abfälle sind künftig in geschlossenen Behältern aufzubewahren, da Sauberkeit und der schnelle Abtransport von Müll wichtige vorbeugende Maßnahmen darstellen.
Risiken bei einer Entrümpelung mit Schädlingsbefall
Bei einem Schädlingsbefall können Gegenstände, Räume und Laufwege verunreinigt sein. Deshalb muss die Entrümpelung vorbereitet und an die Art sowie das Ausmaß des Befalls angepasst werden.
| Risiko | Wie entsteht es? | Mögliche Folgen | Richtiges Vorgehen |
|---|---|---|---|
| Verschleppung der Schädlinge Besonders beachten | Befallene Möbel, Kartons, Kleidung oder Matratzen werden ungeschützt durch das Gebäude oder in ein Fahrzeug getragen. | Bettwanzen, Flöhe, Schaben oder andere Schädlinge können in weitere Räume, Wohnungen oder Fahrzeuge gelangen. | Befallene Gegenstände kennzeichnen, sicher verpacken und Transportwege vorher festlegen. Eine Weitergabe oder Wiederverwendung muss ausgeschlossen werden, solange der Befall nicht sicher beseitigt ist. |
| Kontakt mit Kot und Urin Gesundheitsrisiko | Ausscheidungen von Mäusen, Ratten, Tauben oder anderen Tieren befinden sich auf Böden, Möbeln, Kartons und gelagerten Sachen. | Verunreinigter Staub kann eingeatmet werden oder über Hände, Kleidung und Arbeitsgeräte weitergetragen werden. | Ausscheidungen nicht trocken zusammenfegen oder unkontrolliert aufwirbeln. Verunreinigte Bereiche kontrolliert aufnehmen und geeignete Schutzkleidung, Handschuhe und Atemschutz verwenden. |
| Aufgewirbelter Staub Atemwege schützen | Trockener Kot, Nester, Tierhaare, Insektenreste und Staub werden beim Fegen, Bewegen oder Ausschütten aufgewirbelt. | Reizung der Atemwege, allergische Beschwerden oder Kontakt mit biologisch belasteten Partikeln. | Staubbildung vermeiden, belastete Rückstände vorher anfeuchten und kontrolliert entfernen. Räume während der Arbeiten angemessen lüften. |
| Bisse und Stiche Direkter Kontakt | Lebende Flöhe, Bettwanzen, Milben, Wespen oder andere Tiere befinden sich in Textilien, Polstern, Nestern oder Hohlräumen. | Hautreizungen, Juckreiz, allergische Reaktionen oder aufgekratzte und entzündete Hautstellen. | Befallsart vor Arbeitsbeginn bestimmen lassen. Geschlossene Arbeitskleidung, feste Schuhe und geeignete Handschuhe tragen. |
| Versteckte Nester Aktiver Befall | Nester oder Befallsherde befinden sich hinter Schränken, in Polstern, Wandhohlräumen, Dämmstoffen oder gestapelten Kartons. | Schädlinge werden aufgescheucht, verteilen sich oder greifen bei der Räumung auf bislang unbelastete Bereiche über. | Möbel und Stapel langsam und kontrolliert bewegen. Bei einem aktiven oder größeren Befall zuerst einen professionellen Schädlingsbekämpfer einsetzen. |
| Kontaminierte Textilien Getrennt behandeln | Kleidung, Bettwäsche, Teppiche, Matratzen und Polstermöbel enthalten Schädlinge, Eier, Larven oder Ausscheidungen. | Ein Befall kann trotz Räumung bestehen bleiben oder durch eine Weitergabe der Gegenstände verbreitet werden. | Textilien und Polstermaterialien getrennt erfassen, dicht verpacken und entsprechend der Schädlingsart behandeln, reinigen oder entsorgen. |
| Verdorbene Lebensmittel Hygienerisiko | Offene Verpackungen, Tierfutter oder Vorräte wurden durch Schädlinge, Ausscheidungen oder Fraßspuren verunreinigt. | Gerüche, weitere Schädlingsausbreitung und hygienische Belastungen der Umgebung. | Verunreinigte Lebensmittel nicht weiterverwenden. Dicht verpacken, zeitnah entfernen und Lagerflächen anschließend gründlich reinigen. |
| Verletzungen durch verdeckte Gegenstände Unfallgefahr | Glasscherben, Nägel, Spritzen, scharfe Metallteile oder beschädigte Möbel sind unter Abfällen und Textilien verborgen. | Schnitt-, Stich- und Quetschverletzungen sowie Kontakt mit verunreinigten Oberflächen. | Nicht blind in Säcke, Kartons oder Zwischenräume greifen. Stichfeste Handschuhe, feste Arbeitsschuhe und geeignete Transportbehälter verwenden. |
| Rückstände von Schädlingsmitteln Chemische Belastung | In den Räumen wurden Köder, Sprays, Pulver oder andere Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. | Haut- und Augenkontakt, Einatmen von Rückständen oder unbeabsichtigte Vermischung mit anderen Stoffen. | Vor Arbeitsbeginn klären, welche Mittel verwendet wurden und welche Wartezeiten oder Schutzmaßnahmen einzuhalten sind. Köderstationen nicht eigenmächtig entfernen. |
| Belastete Fahrzeuge und Werkzeuge Nachkontrolle nötig | Schädlinge oder verunreinigte Rückstände gelangen auf Transportdecken, Behälter, Arbeitsgeräte oder Ladeflächen. | Erneute Verschleppung bei späteren Einsätzen oder in andere Gebäude. | Arbeitsmittel getrennt halten und Fahrzeuge, Behälter sowie Werkzeuge nach dem Einsatz kontrollieren und fachgerecht reinigen. |
| Erneuter Schädlingsbefall Vorbeugung | Zugänge, Ritzen, Rohrdurchführungen, Nahrungsquellen oder Feuchtigkeitsprobleme bleiben nach der Entrümpelung bestehen. | Schädlinge kehren zurück, obwohl die Räume vollständig ausgeräumt und gereinigt wurden. | Nach der Räumung Befallsherde kontrollieren, Eintrittsstellen verschließen und Lebensmittel sowie Abfälle künftig in geschlossenen Behältern lagern. |
| Unkoordinierte Entrümpelung Ablauf abstimmen | Die Wohnung wird vollständig geräumt, bevor der Kammerjäger Befallsart, Verstecke und notwendige Maßnahmen prüfen konnte. | Befallsherde werden übersehen, Schädlinge verteilt oder für die Bekämpfung wichtige Spuren entfernt. | Bei einem aktiven Befall zuerst Schädlingsbekämpfer und Entrümpelungsunternehmen abstimmen. Je nach Situation erfolgt die Räumung vor, während oder nach der Behandlung. |